Zeugnis von Virginia P.

 Virginia

 

   Mein Name ist Virginia und ich wurde 1964 in Veria Imathia (Griechenland) geboren. Ich habe zwei Schwestern, eine ältere und eine jüngere. Als ich geboren wurde, durchlebten meine Eltern schwierige Zeiten. Meine Eltern waren gute Menschen. Mein Vater war ein gerechter Mann und meine Mutter war gottesfürchtig. Sie haben für uns alles getan was sie nur konnten, doch die vielen Sorgen haben sie daran gehindert sich um uns so zu kümmern, wie es eventuell hätte sein müssen. Ich war ein ruhiges Kind und habe immer den Mangel an Liebe gespürt und fühlte mich verstoßen - ein Gefühl das mich fast immer durch meine ganze Kindheit und selbst durch die Pubertät begleitet hat. Ich erinnere mich, dass ich von damals schon Glaube und Gottes Furcht in mir hatte. Ebenfalls kann ich mich noch daran erinnern, was mein Vater mir einst sagte: „Was du nicht willst, dass man dir tu’, das füg’ auch keinem anderen zu.“ Sein Ratschlag ist in meinem Herz geblieben und ich habe immer versucht ihn zu befolgen. Ich wollte nie mit jemanden in Streitigkeiten geraten, noch konnte meine Seele es ertragen, mit jemanden zerstritten zu sein.

   Schon im jungen Alter wollte ich sterben und ich habe einige Selbstmordversuche hinter mir, aber ich danke Gott, dass er mich bewahrt hat. Meine Pubertät war eine ruhige Zeit ohne irgendwelche besonderen Vorkommnisse.

   Mit 19 Jahren habe ich mich mit einem Jungen aus meinem Dorf verlobt. Die erste Woche verlief gut, doch leider fingen danach die Probleme an. Wir hatten einfach einen unterschiedlichen Charakter. Ich war eher der ruhige Typ, welcher ein ruhiges Leben wollte, er hingegen war der unruhige Typ mit anderen Interessen. Wir waren so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Wir waren in allen Dingen unstimmig und natürlich fingen dann die Streitigkeiten und Wortgefechte an, wobei dann die ersten Tränen flossen. Trotzdem haben wir geheiratet und drei Kinder bekommen, zwei Jungen und ein Mädchen. Ich habe auch zwei Abtreibungen hinter mir. Ich habe später leider auch erkannt, dass es noch eine dritte Person in unserem Leben gab. Mein Mann kam jeden Abend erst spät in der Nacht nach Hause oder erst im Morgengrauen. Mein Leben war sehr schwer und trist. Ich konnte mich mit der ganzen Situation nicht anfreunden, aber ich liebte ihn noch und hoffte auf eine Änderung. Ich wollte nicht ohne ihn leben. Wir haben uns getrennt und wieder versöhnt. Ich war ein sensibler Typ und diese ganze Situation hat mich ermüdet und ausgebrannt. Die Folge davon war, dass ich depressiv wurde. Ich befand mich in einem Teufelskreis, einer Art Hölle, in der mir menschlich keiner hätte helfen können. Mein Leben wurde unerträglich. Weder meine Verwandten noch Ärzte konnten mir Hilfe oder Heilung anbieten. Ich fand keinen Ausweg.

   Verzweifelt fing ich an in Kirchen zu gehen und 40 Tage lang Kerzen anzuzünden, spürend die Not Gott zu finden. Ich spürte, dass nur Gott mir helfen könnte. Er war meine letzte Hoffnung. In der Zwischenzeit merkte ich, dass um mich herum nichts wahrhaftiges existierte, was mich stützen oder erfüllen konnte. Ich habe nur Lügen und Ungerechtigkeit erfahren, aber vor allem den Mangel der Liebe, die ich doch so sehr von Nöten hatte. Enttäuscht wie ich nun war, fing ich an, mit lauter Stimme zum Herrn zu rufen: „Gibt es nirgendwo ehrliche Liebe oder Gerechtigkeit?“ Ich glaube, dass Gott dieses Rufen gehört hat, denn bevor die 40 Tagevorbei waren, an denen ich in die Kirchen ging, passierte was Wundersames.

   Jeden Abend machte ich mein Gebet und legte mich danach schlafen. An einem Abend nach dem Gebet, kurz nachdem ich mich hinlegte, sah ich dass der Herr sich mir auf einer Wolke offenbarte. Ich konnte meinen Augen nicht trauen, erstarrte vor Ehrfurcht und ich traute mich nur leise zu flüstern: „Jesus, nur du kannst mir helfen.“. Danach spürte ich einen leichten Wind auf meinem Gesicht. Ich stand erschrocken auf und fing erneut an zu beten, ohne zu begreifen was mir wiederfahren worden war. Ich legte mich voller Ehrfurcht und unbeschreiblicher Freude wieder hin und versuchte zu verstehen, was passiert war. Ich konnte nicht mehr einschlafen. Wie kann jemand diese Herrlichkeit ausdrücken, die mit dem menschlichen Verständnis kaum zu begreifen oder vorstellbar ist? Als ich nach längerer Zeit müde wurde und einschlief, gab mir der Herr einen Traum. Ich befand mich auf dem Hof der Kirche und auf einmal öffnete sich der Himmel und eine Leiter hat Himmel und Erde verbunden und leuchtende Engel stiegen hinauf und hinab, wobei sie mir gleichzeitig das Gefühl gaben, es würde eine große Feier mit viel Freude stattfinden, wie es auch in der Heiligen Schrift steht: (Im Himmel entsteht Freude wenn ein Sünder Buße tut). Ich hatte die Heilige Schrift noch nie gelesen und so kannte ich dies natürlich nicht. Gleichzeitig sah ich auf der anderen Seite, dass Diebe in der Kirche eingedrungen sind und dass eine große Unruhe entstand. Ich fing dann an die Diebe zu jagen. Auf einmal befand ich mich auf einem Weinberg. Das war der Traum, den ich gesehen habe und am nächsten Morgen als ich aufwachte, spürte ich, dass ich ein anderer Mensch war.

   Ich konnte nicht verstehen, wie diese Änderung in mir passiert ist. Unerklärlich dürstete es mir nach den Dingen Gottes, als würde ich alles auf einmal begreifen und nachholen wollen, welches ich nicht aus dem Wort Gottes gelesen oder gekannt habe. Ich glaubte zwar immer an Gott, doch ich hatte noch nie so etwasErgreifendes erlebt, das mir die wahrhaftige Existenz Gottes bewies. Heute kann ich sagen, dass ich vorher wahrscheinlich nur eine „einfache“ Christin gewesen bin, die mit Glauben und Eifer ihre Pflichten erfüllte, indem ich betete, fastete und Kerzen anmachte ohne aber die Überzeugung zu haben, dass der wahrhaftige Gott existiert. Von diesem Moment an wollte ich über Gott und über die unglaublichen Sachen sprechen, die Er durch seiner Gnade mich erleben ließ. Ich hab angefangen zu lesen und ich wollte alles über Ihn wissen. Ebenfalls wollte ich meiner Ehe eine letzte Chance geben doch es hat leider nicht funktioniert und ich war gezwungen mich von ihm zu trennen.

   In meinem Herzen hatte ich nun das verlangen das Neue Testament zu lesen und zu studieren, über das mir keiner je etwas erzählt hatte. Ich war in vollkommener Unwissenheit und kannte nur das, was ich hier und dort mal gehört hatte. Irgendwann einmal sah ich eine Bekannte die Bibel lesen und ich fragte, wie sie so ein dickes Buch lesen könne, aber weder sie noch jemand anderes sprach zu mir über den Herrn, wie es hätte sein müssen. Ich nahm also das Neue Testament und fing an zu lesen. Als ich es aber las, hatte ich am Anfang ein Brummen in den Ohren und war so gezwungen es wieder hinzulegen. Im Nachhinein habe ich diesen Störungen keine Beachtung mehr geschenkt und fing an mit viel Interesse zu lesen, dürstend wie ich war alles aufzunehmen wie ein Schwamm. In diesem Zeitraum habe ich leider noch geraucht und natürlich fing ich an mich selbst zu prüfen. Ich wollte aber nicht die Heilige Schrift von meinen Händen weglegen und so habe ich mich dazu entschlossen lieber mit dem Rauchen aufzuhören. Indem ich das Wort Gottes las, fing der Herr an mich mit Freude und viel Liebe zu erfüllen. Er befreite mich vom Schminken, von den nicht wortgerechten Fastenund von anderen Sachen, die nicht in seinem Willen waren. Ebenfalls erkannte ich, dass es nicht im Willen Gottes ist, dass sich die Ehepartner scheiden. Eines Abends, als ich die Heilige Schrift zu Ende gelesen habe, legte ich sie neben mein Kopfkissen hin zu schlief ein. Da habe ich wieder einen Traum gehabt indem ich sah, dass mein ganzes Zimmer in einem Licht erstrahlte und eine Gestalt in weiß gekleidet sich zeigte. Es war der Herr und er hielt in seiner Hand ein großes Schwert. (Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und es dringt durch, bis es scheidet sowohl Seele als auch Geist, sowohl Mark als auch Bein, und es ist ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens. – Hebräer 4:12) Ich bin erschrocken aufgewacht und noch wusste ich nicht, was das alles zu bedeuten hatte.

   Ich fing also an Priester, Mönche und viele Geistliche über die Scheidung zu befragen und was sie für richtig halten. Die Antwort war, dass die Scheidung durch Gnade gegeben wird. Mich haben diese Antworten nicht zufrieden gestellt, da sie unbestimmt und ungenau waren, wie ebenfalls auch die Antwort darauf, wie das wortgerechte Fasten gemacht wird. In dieser Zeit, der Zeit der Suche und der Unsicherheit spürte ich, wie der Herr kam und mich dauerhaft mit seiner Liebe stützte. Dabei fing ich an eine unbeschreibliche Freude in meinem Herzen zu spüren und eine Liebe für den Herrn. Da ich aber das tun wollte, was Wohlgefallen vor dem Herrn hat, bat ich ihn darum, mich mit meinem Mann wieder zu vereinigen. Mein Mann wollte aber, dass wir uns Scheiden und gleichzeitig zusammen sind. Ich habe ihn sehr gebeten, bin sogar fast vor ihm auf die Knie gefallen, mit der Bitte uns nicht scheiden zu lassen, doch er bestand darauf. Wir haben uns scheiden lassen, aber wir sind zusammen geblieben so wie er es wollte. Dann fing aber mein Leidensweg an, da er wieder dasselbe tat und noch schlimmer. Ich wollte aber nicht, dass wir uns nochmal trennen. Ich ging fast jeden Sonntag und an Feiertagen in die Kirche.

   1998 gab es einen Feiertag und ich habe das Radio angemacht um Psalmlieder zu hören und ganz zufällig habe ich den Sender „Christianismos“ empfangen, ohne vorher was davon gehört zu haben. Ich hörte wie sie über schöne Sachen sprachen, über die Familie, das Leben und darüber wie Gott möchte, dass wir in unserer Beziehung sind. Ich hörte fast dieselben Dinge, die ich durchlebte, diese die mir selbst passiert sind und ich spürte eine solche Freude, dass ich endlich Menschen gefunden habe, die fast dieselben Erfahrungen hatten. In der gleichen Zeit gab mir der Herr geistliche Träume, die mich stärkten. Ich habe die Änderung ihn mir gespürt, doch keiner konnte mich verstehen. Nun aber dachte ich, dass ich wie ein kleines Teil wieder an seine Stelle gesetzt wurde, aus der es fehlte. Meine Schwiegermutter und ich hörten drei Monate lag im Radio diese Sendung, ohne zu wissen, dass es nicht von der Orthodoxen Kirche ist. Als meine Schwiegermutter erfuhr, dass der Sender nicht von der Orthodoxen Kirche war, schaltete sie ihn sofort ab, da sie den Orthodoxen Glauben hat und die Tochter eines Priesters war. Sie liebte mich und ich liebte sie, aber in diesem Thema waren wir uns nicht einig.

   Nach und nach wandte ich mich vom Orthodoxen Glauben ab. Man Mann fing aus Trotz an in die nahgelegene Kirche zu gehen und nach und nach wurde er sogar zum Psalmsänger, mit viel Eifer, doch sein Leben ist gleich geblieben. Ich, die jetzt über die Wahrheit des HERRN sprach, war jetzt für meine Verwandten und meinem Dorf ein Sektenmitglied, aber das störte mich jedoch nicht, denn ich hatte nun mich selbst und die Wahrheit gefunden, sodass ich wieder eine Persönlichkeit und Selbstvertrauen entwickelte, was leider durch die Situationen, die ich durchlebt hatte, verloren gegangen war. Ich fühlte mich als wäre ich eine null, ohne einen Wert oder gesellschaftliche Anerkennung. Ich spürte ein Gefühl von Bitterkeit und Selbstzweifel, sogar bis heute. Zum Glück aber habe ich den Herrn, der das Α und das Ω ist, der meine Hand hält, mir Sicherheit gibt und in seiner Nähe auch ich einen Wert habe. Jetzt weiß ich, wo ich mich stützen kann und wo ich Liebe und Freude finden kann.

   Als ich am Anfang den Radiosender hörte, hatte mein Mann keine Probleme damit gehabt, doch im Laufe der Zeit hat er sich dagegen gestellt. Ich glaube aber, dass er von Anderen diesbezüglich sehr negativ beeinflusst wurde. Ich habe den Radiosender zwei Jahre lang interessiert zugehört, bis ich mich dazu entschieden habe, sie näher kennen zu lernen. Später zeigte mir der Herr in meinen Träumen, dass ich eine Leiche trug, die ich selbst war. Da ich seinen Willen erkannt habe, ließ ich mich Taufen. Seit dem habe ich nicht mehr diesen Traum gehabt.

   Als ich über die Gabe des Heiligen Geistes hörte, fing ich an danach zu verlangen. Ich konnte nicht in die Gemeinde fahren, da die nächstgelegene sich in der Stadt befand und ich keine Möglichkeit hatte, von meinem Dorf dorthin zu fahren, ohne dass mein Mann etwas davon mitbekommen würde.Ich wusste natürlich nicht, wie die Taufe im Heiligen Geist passiert und so hatte ich die Angst vor dem Unbekannten. Eines Abends, als ich mich hinlegte, sah eine Vision, obwohl ich noch wach war. Dabei sah ich den Herrn zusammen mit jemand anderen und beide waren komplett in weiß gekleidet. Das war das erste Mal, dass ich so eine unglaubliche Erfahrung erlebt habe. Wenn ich es nicht selbst erlebt hätte, würde ich das nicht glauben. Es ist was Unbeschreibliches, wenn man so etwas sieht, obwohl man noch wach ist. Nachdem ich nach ein paar Stunden eingeschlafen war, wachte ich plötzlich auf und sprach fremde Sprachen. In diesem Moment verstand ich nichts mehr und hörte Sprachen heraus, die dem Aramäischem oder Hebräischem ähnelten. Ich war sehr erschrocken, da ich nicht wusste was mit mir passierte. Nach diesem Ereignis, spürte ich jedes Mal wenn ich betete, dass noch irgendetwas anderes in mir ist, denn ich weinte im Gebet, ohne dass ich es wollte und ich verstand nicht was passierte, da ich von keinem anderen ähnlichen Erfahrungen gehört hatte.

   Nach einer längeren Zeit hörte ich im Radiosender wie jemand erzählte, dass sein Enkel den Heiligen Geist bekommen hat und einzelne Worte sprach wie ich und der Bruder sagte ihm, er soll durch das Gebet mehr daran arbeiten. Ich wusste nicht was damit gemeint war, „daran zu arbeiten“. Ich habe also die Geschwister gefragt und sie sagten mir, ich soll den Herrn preisen. Das tat ich auch indem ich auf die Knie ging und mit dem Beten anfing. Dann kam ein Strom aus fremden Sprachen. Meine Freude war unbeschreiblich und ich hatte Angst, dass es vielleicht eines Tages aufhören würde. Aber gepriesen sei der Herr, denn es ging Tag für Tag weiter.

   Schließlich wollte mein Mann, dass ich das Haus verlasse und dass wir uns scheiden. Ich fragte den Herrn: „Warum?“ und er erinnerte mich an die Verse vom Johannes 11,4: „Als Jesus es hörte, sprach er: Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern zur Verherrlichung Gottes, damit der Sohn Gottes dadurch verherrlicht wird!“ Ebenfalls die Verse bei Lukas 1,74-75: „Dass wir, erlöst aus der Hand unserer Feinde, ihm dienten ohne Furcht in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor ihm alle Tage unseres Lebens.“ Amen.

    Ich habe mich dann entschlossen nach Deutschland zu meiner Schwester zu ziehen, die mir angeboten hat, mit ihr zusammen zu arbeiten. Vorher wollte ich über Deutschland gar nichts hören, doch trotzdem bin ich hier hingezogen. In mir kam aber wieder Liebe für Griechenland und ich flog wieder zurück mit dem Gedanken, eine Arbeit zu finden und dort zu bleiben. Doch der Herr bereitete keinen Weg vor, sodass ich wieder nach Deutschland zurückgekehrt bin und mit der Gnade des Herrn   jetzt in der Gemeinde von Düsseldorf bin. Ich hoffe, dass der Herr Gnade schenkt und meinen Mann errettet, der viele gute Eigenschaften hat. Ebenfalls auch meine Kinder, meine Familie und meine ganze Verwandtschaft.

   Unsere beiden Kinder haben Pharmazie studiert und besitzen ihre eigene Apotheke. Als mein Sohn vor 10 Jahren sein Studium begann, durchlebten wir eine schwierige finanzielle Situation und wir wären nicht in der Lage ihn finanziell zu unterstützen. Er brauchte 1000€ im Monat, doch mit der Gnade des Herrn konnten wir jeden Monat das Geld auf irgendeiner Art und Weise aufbringen, ohne selbst zu verstehen wie. Er bestand die Semester erfolgreich, doch er erkannte selbst, dass der Herr es war, der ihm dabei half. Unser kleinster Sohn möchte auch noch studieren.

   Ich danke Gott für seine Liebe, seine Gnade und sein Erbarmen in meinem Leben. Möge Er mich würdig machen Ihn ewig zu lobpreisen. Ich danke den Herrn für alles, was er in meinem Leben zugelassen hat, denn alles hat dazu beigetragen, den Herrn kennen zu lernen.                                                                                                                Amen!